Archiv für den Monat: Oktober 2017

Nabern 1 hatte den Sieg gegen Geislingen 1 zum Greifen

Mit Zuversicht fuhr die 1. Mannschaft der Schachfreunde Nabern nach Geislingen zum Gastspiel. Wie am letzten Spieltag waren die Vorzeichen die gleichen: Auch die 1. Mannschaft des SV Geislingen braucht nach zwei Niederlagen einen Sieg in diesem Kellerduell und tritt fest entschlossen an.

Fortuna war zunächst auf Naberns Seite mit dem ersten Sieg auf Brett 8. Christoph Kandler spielte gegen den Jugendspieler Heermann damenindisch. Kandler rochierte ungleich und wurde am Damenflügel angegriffen. Er gewann jedoch bei der Abwehr Qualität, später weiter Material und damit die Partie. Karl-Heinz Ilzhöfer (5) wich in der Sweschnikow-Variante gegen Neuwirth schnell von den Hauptzügen ab und griff am Königsflügel an. Um den Angriff zu realisieren ließ er die Rochade aus und blieb im Zentrum. Der Angriff wurde mit einem Figurengewinn und Gewinn der Partie belohnt.

Mit einem 2:0-Vorsprung und guter Entwicklung auf den meisten Brettern schien der heutige Tag ein guter zu werden. Doch plötzlich rollte bei Günter Keller (3) eine schwarze Bauernwalze auf seinen Königsflügel und riss diesen auf. Ströhle hatte ihm ein Lettisches Gambit vorgesetzt. Bis in das Mittelspiel  war es lange ausgeglichen gewesen. Keller hatte keine Möglichkeit die Stellung zu knacken. In Zeitnot wurde Keller matt gesetzt.  Gegen die nominell übermächtige Gegnerin Kathrin Schiffmann hielt Thomas Köhler (7) lange die Stellung. Die Damengambit-Variante wurde solide gespielt und ins späte Mittelspiel mit einem Minusbauern überführt. Die Gegnerin brach in die Stellung über die Grundreihe und den starken Fianchetto ein und gewann die Partie. Martin Vogel dagegen überzeugte am Spitzenbrett auf der ganzen Linie. In der spanischen Partie presste Vogel sein Gegner Sebastian Schiffmann schnell in die Verteidigung, indem er für einen Minusbauern dynamische Aktivität der Figuren erwarb. Mit einem Angriff auf die d- und e-Linie sowie einem weit vorgerückten Bauer, war der Sieg sicher. Gerade als nach dem Ausgleich erste Zweifel aufkamen, verbreitete Vogel mit dem 3:2 und seiner nervenstarken Spielweise in Zeitnot wieder Zuversicht.

Karl Moll (4) bekam gegen Fleischerin einen c3-Alapin-Sizilianer vorgespielt und erwiderte raffiniert. Die Folge war erschwerte schwarze Entwicklung. Unter Qualitätsverlust gegen Mehrbauern eroberte sich Fleischerin das Mittelfeld um den Bauern d5. In Folge konnte sich Moll der Einengung durch Turm und Läuferpaar nicht mehr erwehren und gab auf. Cuong Tran (2) verlor schon früh in der Caro-Kann-Verteidigung gegen Kohn durch Unachtsamkeit einen Bauern und versuchte lange die Stellung auszugleichen. In löchriger Struktur und dem damit begünstigten Schwerfiguren-Mittelspiel ergaben sich Chancen auf beiden Seiten. Beide Könige wurden über das Brett gejagt und waren sehr gefährdet, wobei Tran in dieser komplexen Lage mit einem unbedachten Zug verlor.

Bei einem völligen überraschenden Zwischenstand von 3:4 wurde nun voller Spannung auf Brett 6 geschaut, wo Stiefelmeyer gezwungen war zu gewinnen: In der Nimzowitsch-Verteidigung war die Partie von Michael Stiefelmeyer gegen Köder lange ausgeglichen. Durch Stellungskämpfe wurde sie vom Mittel- ins Endspiel überführt ohne einen Vorteil für einen der Kontrahenten. Als zuerst Stiefelmeyer den gedeckten Freibauern erwarb, ergab sich mit einem angebotenen Damentausch die vielleicht einzige Gewinnchance. Köder muss es bemerkt haben und verwandelte seinerseits einen gedeckten Freibauern. Alle nun folgenden Gegenüberstellungen in diesem Damenendspiel waren ohne Wirkung. Beide einigten sich auf Remis. Nabern verlor knapp und unglücklich.

Am 12.11.17 empfängt Nabern 1 die 1. Mannschaft aus Wendlingen zu Hause.

Geislingen, 22.10.2017, cu/ck

Nabern 1 vergibt den Sieg gegen SV Dicker Turm Esslingen 2

Den erhofften Sieg gegen die DWZ-schwächere Gastmannschaft vom SV Dicker Turm Esslingen hat sich die erste Mannschaft unnötig verspielt. Den starken Kampfgeist der Esslinger bedingt durch den Willen, die Scharte ihrer letzten Niederlage auszuwetzen, haben die Naberner bitter mit 3,5 : 4,5 zu spüren bekommen.

Karl Moll (4) spielte die ruhige Englische Eröffnung gegen Hempel und remisierte früh in einer ausgeglichenen Stellung im Endspiel. Mit der Abtauschvariante in der Französischen Verteidigung hatte Christoph Kandler (8) Limleys Dame in die freie Mitte gelockt und mit Mehrfachangriffen und -drohungen vielversprechende Möglichkeiten erspielt. Diese Chancen ließ er aus und schlug stattdessen einen vergifteten Bauer. Kandler verlor Konzept, Turm und dann das Spiel. Jugendstar Michael Stiefelmeyer (6) überzeugte gegen von Olnhausen wie auch schon im letzten Spiel – diesmal durch Geduld und gute Nerven. In einer komplizierten Stellung in der Englischen Partie schlug Stiefelmeyer durch einen zur rechten Zeit begonnenen Schlagabtausch mit seinem Angriff bis  in die Königsfestung durch. Thomas Köhler (7) hatte im geschlossenen Sizilianer gegen Doleschal zwischendurch durch geschickte Verteidigung eine Qualität mehr. Er gab den Vorteil jedoch wieder aus der Hand und musste Remis geben. Im Damenbauernspiel verlor Karl-Heinz Ilzhöfer (5) gegen Duran bereits im 10. Zug durch Unaufmerksamkeit einen Springer. Die Partie zog sich noch durch die raumgreifende schwarze Bauernkette hin, jedoch war die Niederlage nicht mehr abzuwenden. Am Brett 1 war Martin Vogel gegen Speicher einem unorthodoxen Trompowsky-Angriff ausgesetzt. Vogel erarbeitete sich einen Bauernvorteil. Auf der offenen b-Linie traten die Schwerfiguren gegeneinander an. Speicher drang dann über c6 und die Grundreihe in die Stellung von Vogel ein und setzte Matt. Zwischenstand 2:4 für die Gäste.

Cuong Tran (2) hatte gegen Fuchs in der Aljechin-Verteidigung Raumvorteil und einen Königsangriff inszeniert. Fuchs wehrte gekonnt den Angriff ab und leitete in ein Endspiel. Beide gaben sich mit Remis zufrieden in einer leicht schlechteren Stellung für Tran. Die Gäste hatten 4,5 Punkte und sicherten sich die 2 Mannschaftspunkte. Günter Kellers (3) eigenwillige Caro-Kann-Eröffnung überraschte seinen Gegner Stüben. In einer französischen Konstellation konnte Keller am Damenflügel überzeugen und erarbeitete sich Bauernvorteile. Das Endspiel war ihm anschließend nicht mehr zu nehmen.

Um den Abstieg zu entgehen, müssen die Naberner sich noch mehr konzentrieren und die Ersatz-Situation besser lösen. Am 22.10.2017 ist Nabern 1 zu Gast bei  SC Geislingen 1.

Nabern, 08.10.2017, cu/ck