Tandemschach

Schach spielen ist in vielen Varianten möglich, die Action und Turbulenz bieten.

 

Im Tandem gelten die normalen Schachregeln, so lange sie nicht von den nachfolgenden Regeln abgeändert werden. Gespielt wird an 2 Schachbrettern gleichzeitig. Vier Spieler bilden zwei Mannschaften. In jeder Mannschaft spielt ein Spieler mit den weißen und ein Spieler mit den schwarzen Figuren. Die Spieler einer Mannschaft spielen auf der gleichen Seite des Tisches. Die Spieler sollten ihrer Stärke entsprechend auf beide Mannschaften etwa gleich verteilt sein. Die Uhren stehen zwischen den Brettern. Es wird im Blitzmodus (5 Minuten Bedenkzeit je Spieler) gespielt.

Eine Figur, die von einem Spieler geschlagen wird, darf von seinem Mannschaftskameraden anstelle eines Zuges auf einem beliebigen Feld des Schachbrettes wieder eingesetzt werden. Wird ein Bauer umgewandelt, so wird er gegen eine beliebige Figur (außer dem König) des Gegners des Mannschaftskameraden umgetauscht. Weiße Bauern dürfen nicht in der achten Reihe und schwarze Bauern dürfen nicht in der ersten Reihe (Umwandlungsfelder) wiedereingesetzt werden.

Figuren dürfen erst an den Mannschaftskameraden weitergegeben werden, nachdem die Uhr betätigt wurde. Jeder Spieler darf nur die Figuren auf seinem Brett ziehen, schlagen oder einsetzen. Ausgenommen hiervon ist eine Bauernumwandlung.

Gewonnen hat der Spieler (und die Mannschaft),

  • der das erste Matt erzielt, das nicht durch Wiedereinsetzen einer Figur abgewendet werden kann.
  • dessen Gegner erklärt, dass er aufgibt.
  • dessen Gegner einen regelwidrigen Zug ausführt, und der Spieler reklamiert das, bevor er eine eigene Figur berührt hat. Zum Reklamieren muß der Spieler seine Uhr anhalten.
  • das Blättchen des Gegners oder dessen Partner gefallen ist, während das Blättchen des Spielers und seines Partners noch nicht gefallen sind. Der Spieler muss den Gewinn reklamieren und seine Uhr anhalten, worauf sein Partner ebenfalls seine Uhr anhält.
  • Regelwidriges Anhalten der Uhr beendet das Spiel zugunsten der gegnerischen Mannschaft.

Bei kritischen Spielen (Turnierspielen) wird empfohlen, einen neutralen Schiedsricher zur Beobachtung der Partie zu bestellen. Seine Entscheidungen sind für beide Mannschaften endgültig.

Vor Spielbeginn ist zu vereinbaren, ob

  • mit Schachgebot und/oder mit Matt eingesetzt werden darf oder nicht. Diese Vereinbarung verändert erfahrungsgemäß sehr stark den Charakter des Spiels.
  • weiße Bauern auf der siebten bzw. schwarze Bauern auf der zweiten Reihe eingesetzt werden dürfen. Das Spiel wird erheblich verschärft, wenn das Einsetzen gestattet ist.
  • die Mannschaftskameraden sich untereinander beraten dürfen.

Weitere Varianten:

  • Zum Kennenlernen dieser Spielart kann während der ersten Partien auch Schnellschachmodus (15 Minuten Bedenkzeit je Spieler) vereinbart werden.
  • Drei Spieler können ein Tandemsimultan spielen. Hierbei tritt der stärkste Spieler gleichzeitig gegen die zwei schwächeren an.
  • Bei entsprechender Ausrüstung (Digitale Uhren) ist auch ein Fischer-Modus möglich, der verhindern soll, dass der Gegner einfach „über die Zeit“ gedrängt wird.
  • Sechs Spieler können ein Tridem bilden. Hierbei erhält der mittlere Spieler die Figuren der Außenspieler. Außenspieler einer Mannschaft dürfen Figuren, die sie vom mittleren Spieler erhalten, austauschen. Eine weitere Erhöhung der Mannschaftsstärke wird nicht als sinnvoll empfohlen. Vielmehr können acht Spieler wieder zwei Tandems spielen. Mit mindestens 3 Tandems sind auch Tandemturniere möglich.

Die Schachfreunde Nabern wünschen viele vergnügliche Stunden mit dem Ausprobieren dieses Spiels und seiner Varianten. (hw)

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