Fotografieren

Fotografieren bei Turnierspielen im Schach

Zusammenstellung von Fakten aus dem Forum „Digitalkameras beim Spiel“ im öffentlichen Forum des Schachverbandes Württemberg e. V.

Mobiltelefone

  • Das Mitnehmen von Mobiltelefonen in das Turnierareal und ihre Benutzung im Turnierareal ist ohne vorherige Genehmigung durch den Hauptschiedsrichter untersagt.
  • Das Verbot der Mitnahme in das Turnierareal gilt auch für Geräte in vollständig ausgeschaltetem Zustand.
  • Das Fotografieren mit Mobiltelefonen ist wegen der Möglichkeit zu unerlaubter Kommunikation mit Außenstehenden bei Turnierspielen strikt untersagt.

Digitalkameras

  • Das Fotografieren mit Digitalkameras ist grundsätzlich erlaubt, jedoch an Bedingungen geknüpft, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.
  • Die Kameras müssen so eingestellt sein, dass beim Auslösen der Kamera keine Geräusche entstehen, die die Spieler in ihrer Konzentration stören.

Grundsätzliche Anwendung

  • Das Fotografieren mit Digitalkameras ist laut FIDE-Handbook grundsätzlich erlaubt.

Genehmigungspflicht

  • Die Festlegung im FIDE-Handbook erlaubt nur Fotografen das fotografieren, die dafür eine Genehmigung haben. Genehmigungen sind vom Veranstalter und Hauptschiedsrichter erforderlich.
  • Die Genehmigung zum Fotografieren ist rechtzeitig beim Hauptschiedsrichter einzuholen.
  • Bei SVW-Mannschaftskämpfen ist der Staffelleiter der Hauptschiedsrichter des Wettbewerbs.

Fotografieren mit Blitzlicht

  • Das FIDE-Handbook erlaubt Fotografieren mit Blitzlicht nur in den ersten 10 Minuten der ersten Spielrunde sowie der ersten 5 Minuten der nachfolgenden Spielrunden des Spieltages.
  • Der Hauptschiedsrichter kann abweichende Entscheidungen treffen.

Fotografieren ohne Blitzlicht

  • Ohne Blitzlicht ist das Fotografieren erlaubt, sofern die Genehmigung des Hauptschiedsrichters zum Fotografieren vorliegt.
  • Vom Fotografieren in der Zeitnotphase ist Abstand zu nehmen, es sei denn, der Hauptschiedsrichter entscheidet anders.

Belästigung der Spieler

  • Das Fotografieren darf die Spieler nicht belästigen. Festzulegen, was belästigt und was nicht, ist Aufgabe des Hauptschiedsrichters bzw. Schiedsrichters.

Recht am eigenen Bild

  • Macht ein Spieler dem Fotografen beim Fotografieren  deutlich, dass er nicht fotografiert werden will, darf ihn der Fotograf nicht fotografieren.
  • Bei einer geplanten Veröffentlichung des Bildes ist die Zustimmung der abgebildeten Personen erforderlich.
  • Wird das Bild nicht auf öffentlichem Grund und Boden aufgenommen, ist die Erlaubnis des Besitzers ebenfalls erforderlich.

Ankündigung und Widerspruchsrecht

  • Vor Beginn der Runde ist anzukündigen, dass fotografiert wird.
  • Gleichzeitig  ist darauf  hinzuweisen, dass jeder Abgebildete einer Veröffentlichung des betreffenden Bildes widersprechen kann.
  • Legt die Ausschreibung einer Veranstaltung fest, dass jeder Teilnehmer damit rechnen muss, für eine Veröffentlichung des Fotos im Internet oder in Druckmedien fotografiert zu werden, entfällt das Widerspruchsrecht bei Teilnahme des Spielers an der Veranstaltung.

Ausnahmen beim Widerspruchsrecht

  • Stellen sich die Personen dafür auf, um fotografiert zu werden wie z. B. bei Siegerfotos, braucht keine Zustimmung eingeholt zu werden, da durch die Aufstellung schon die Zustimmung zur Fotografie gegeben ist.

Gelegenheit zum Widerspruch

  • Ein stillschweigendes Einverständnis ist für eine Veröffentlichung des betreffenden Bildes allein nicht ausreichend.
  • Die Gelegenheit zum Widerspruch kann beispielsweise durch eine Diashow auf einem Laptop oder Tablet eingeräumt werden.
  • Bilder, denen von abgebildeten Personen widersprochen wird, dürfen nicht veröffentlicht werden

 

Persönliche Empfehlung:

Nach einigen Monaten Erfahrung habe ich mich dazu entschlossen, die Finger von der Veröffentlichung von Bildern zu lassen. Einzelne Ausnahmen hiervon können z. B. auftreten, wenn die Rechtslage ganz eindeutig ist (Siegerfotos, Fotos ohne Abbildung von Personen, Fotos mit ausdrücklicher mündlicher Einverständniserklärung aller abgebildeten Personen).

Wer sich selbst informieren will, wie die rechtliche Lage ist, dem empfehle ich als einen ersten Einstieg die Seite der Wikipedia Recht am eigenen Bild. Hier kann sich nach meiner Meinung jeder Hobbyfotograf davon überzeugen, dass er sich mit der ungenehmigten Veröffentlichung von Bildern rechtlich auf sehr dünnem Eis bewegt.

Abschließend möchte ich  darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Veröffenlichung um eine Stoffsammlung handelt, der als Empfehlung nach bestem Wissen verstanden werden soll.

Es handelt sich auf keinen Fall um ein Dokument mit irgendeiner Form von Rechtsverbindlichkeit. (hw)

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